Nordischer Tief-Sinn trifft auf Mediterranen Leicht-SinnDas Kammerorchester Metzingen gestaltet sein 30. Herbstkonzert als Jubiläumskonzert mit einem musikalischen Spannungsfeld: Der zweite Programmteil ist mit der „Verdiana“, einer Bearbeitung von Klavier-Liedern Giuseppe Verdis, ganz dem Gesang gewidmet, einer der typischen Ausdrucksformen italienischer Musik; im ersten Programmteil dagegen erklingen drei Instrumentalwerke unterschiedlicher Komponisten diesseits der Alpen. So sind grüblerisch-melancholische Klänge einer sich hemmungslos aussingenden Musik des sonnigen Südens gegenüber gestellt. Ganz in der Tradition des Kammerorchesters, auch neue Töne anzuschlagen, beginnt der Abend mit der „Collage über B-A-C-H“ für Oboe, Cembalo, Klavier und Streichorchester des estnischen Komponisten Arvo Pärt (geb. 1935). Der heute in Berlin lebende Komponist ist vor allem durch seine meditativen und tonal sehr einfach gehaltenen Kompositionen einem breiten Publikum bekannt geworden. Die Collage über B-A-C-H aus dem Jahr 1964 stammt aus einer frühen Phase Pärts und ist mit seinem Gebrauch verschiedener stilistischer Illusionen ein sehr modernes Stück. Er selbst kommentiert die Musik seiner „Collagenperiode“ so: „Meine Collagen waren ein Versuch, eine Blume in fremder Umgebung neu einzupflanzen (das Problem der Gewebeanpassung: wenn sie miteinander verwachsen, so war die Transplantation der richtige Eingriff). Hierbei stand jedoch die Idee der Verpflanzung nicht im Vordergrund – vielmehr wollte ich eine einzige Blume selber züchten.“ Diese „neue Blume“ entsteht durch das Schwanken zwischen den verschiedenen stilistischen Idiomen. So sind im ersten Satz Toccata die Töne B-A-C-H nach einer barocken Einleitung ständig präsent. Im zweiten Satz Sarabande ist die Melodie ein Zitat aus der 6. englischen Suite Johann Sebastian Bachs. Ein authentisch barockes Klangbild mit Solo-Oboe, Cembalo und Streichern wird dichten Akkorden der Streicher und Clustern im Klavier gegenüber gestellt. Der letzte Satz Ricercare ist eine melodische Fuge über das B-A-C-H-Thema. In guter Barockmanier verarbeitet Pärt das Thema mit allen kompositorischen Kniffen aus Bachs eigener Fugenpraxis. Die Serenade ist keine Musik in bestimmten festgelegten Formen, sondern eher eine Folge von Charakterstücken und Tanzsätzen. Die Bezeichnung stammt aus dem Italienischen – sereno: heiter, sonnig und al sereno: im Freien. Es handelt sich also um Musik, die –und zwar am Abend (sera) - oft nicht in geschlossen Räumen gespielt wurde. Im Laufe der Zeit war sie nun nicht mehr an den äußeren Aufführungsort gebunden und meinte einfach ein nicht-symphonisches Werk in mehreren Sätzen. Diese Freiheit in der Form wurde von Komponisten wie etwa von Mozart genutzt, um Serenaden mit sehr persönlich gefärbter Musik zu schreiben. Auch die Streicherserenade in e-moll op. 26, die der englische Komponist Edvard Elgar (1857–1934) 1892 komponierte, ist von einem ganz persönlichen Tonfall geprägt. Elgar, dessen Geburtstag sich 2007 zum 150.mal jährt , gilt als der berühmteste englische Komponist des 19. Jahrhunderts. Er ist vor allem durch ausladende symphonische Werke, groß besetzte Oratorien und Orchestermärsche bekannt, die noch einmal die ganze Pracht des britischen Empire entstehen lassen. Eine besondere Vorliebe zeigte Elgar aber für die fast intime Serenade, in der sich seine unverwechselbare musikalische Handschrift widerspiegelt: im Kontrast zwischen der gelösten Tonfolge und einer Art melodischen Grübelns in der Satztechnik. Im Zentrum des Werkes steht die beliebte, diskrete Zartheit des elegischen Larghettos, das wie das Urbild aller späteren langsamen Sätze Elgars wirkt. Kaum ein anderer Satz des Komponisten ist so berühmt wie dieses Larghetto. Die Serenade wurde seinerzeit von einem englischen Verlagshaus mit den Worten abgelehnt, solche Art von Musik sei wohl unverkäuflich! Dabei enthüllt sie eine Fülle schöner melodischer Einfälle, um die manch anderer Komponist Elgar beneiden könnte. Mit Jean Sibelius (1865–1957), an dessen 50. Todestag man 2007 denkt, steht ein weiterer Jubilar auf dem Programm. Er gilt mit seinen eindrucksvollen kantigen, die finnische Landschaft und Seele spiegelnden Symphonien
als der berühmteste Komponist Finnlands. Fast alle seine Werke entstanden in der ersten Lebenshälfte. In den letzten 40 Jahren seines Lebens versuchte er, die „ultimative Symphonie“ zu komponieren, was ihm tragischer (und verständlicher!) Weise nicht gelang. Da er alle Skizzen vernichtet hat, ist es leider nicht möglich, einen Eindruck seiner Bemühungen zu bekommen.
Zahlreiche Preise bei Gesangswettbewerben wie der 2. Preis beim Internationalen Koloraturgesangswettbewerb Sylvia Geszty, der 2. Preis (bei Nichtvergabe eines 1. Preises) im deutschlandweiten Hochschulwettbewerb Vokale Kammermusik, Finalistin bei internationalen Gesangswettbewerben in Passau und Meran und das Stipendium des Richard-Wagner-Verbandes sind unter Anderem zu nennen. Sie sang an der Kammeroper Mannheim, beim Jungen Ensemble der Staatsoper Stuttgart, am Theater der Stadt Heidelberg, an der Philharmonie Essen und in Berlin. Dazu kommt rege Konzerttätigkeit in Deutschland, Luxemburg, Russland und in der Schweiz. Im Alter von fünf Jahren begann sie – neben begeistertem Singen schon von früh an - mit dem Musikunterricht. Schon mit 15 Jahren übernahm sie die Leitung eines Männerchores, nachdem sie die C-Kirchenmusiker-Ausbildung am Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut in Speyer abgeschlossen hatte. Mit Barbara Grabowski, Mezzosopran, erschien 1999 die CD mit Voglers Requiem unter der Leitung von Gerald Kegelmann, auf der 2005 entstandenen CD mit Bachs H-Moll-Messe sang sie Mezzosopran unter der Leitung von GMD Markus Bosch.
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