33. Herbstkonzert

Mitspielen im KOM

Stand:  01.02.2012  

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)

Divertimento B-Dur KV 137 für Streichorchester

Giacomo Puccini (1858 – 1924)

Crisantemi für Streichorchester
Andante Mesto

Gordon Jacob (1895 – 1984)

Konzert für Horn und Streichorchester (komponiert 1951)

Solist:

Jürgen Merkert, Horn

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)

aus „Die Kunst der Fuge“ BWV 1080

Pehr Henrik Nordgren (1944 - 2008)

Pelimannimuotokuvia (Porträts of Country Fiddlers) op. 26

Leitung:  Oliver Bensch

 

Wolfgang Amadeus Mozart komponierte die drei kleinen Werke Köchelverzeichnis 136, 137 und 138 - die drei sogenannten „Salzburger Divertimenti“ - vermutlich für seinen letzten Italienaufenthalt. Sie sollten wohl gedacht sein für späteren Bedarf bei Aufführungen in den Salons seiner Mailänder Förderer.
Das zweite Divertimento in B-Dur KV 137  ist wie seine beiden Geschwister in drei Sätzen angelegt. Nach einem etwas zerklüfteten - in seiner gegensätzlichen Motivik an Carl Philipp Emanuel Bach erinnernden - langsamen ersten Satz folgt ein spritzig-virtuoses Allegro di molto im italienischen Stil. Der letzte Satz im Dreiachtel-Takt beschließt dies unkomplizierte Werk tänzerisch.

Giacomo Puccini komponierte fast ausschließlich Opern, die noch heute zum Kernrepertoire der Opernhäuser weltweit gehören. Zu den wenigen Werken, die nicht für die Bühne bestimmt sind, gehören die „Crisantemi“ für Streichquartett oder Streichorchester. Auch in dieser instrumentalen Kostbarkeit wird Puccinis Vorliebe für Gesang hörbar: im Mittelteil zitiert er eine Melodie aus seiner Oper „Manon Lescaut“.

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Mit dem Konzert für Horn und Streichorchester von Gordon Jacob erklingt das Werk eines der populärsten und vielseitigsten britischen Komponisten und Arrangeurs des 20. Jahrhunderts. Über vierzig Jahre lang arbeitete er als Dozent am Royal College of Music in London. Er verfasste ein viel beachtetes Buch über die Kunst des Komponierens und Instrumentierens. Darüber hinaus bearbeitete er Werke von Kollegen oder schrieb für sie Opernlibretti; auch war er als Dirigent von Sinfonie- und Blasorchestern tätig. Seine Musik wendet sich in ihrer unkomplizierten Sprache direkt ans Publikum; sie zeichnet sich durch Könnerschaft, virtuose Instrumentationskunst und lebhaften Esprit aus. Dennoch hat sich erstaunlicherweise sein über 700 Werke umfassendes Schaffen in Deutschland nicht etablieren können. Gordon Jacob  bedachte auch Instrumente mit wirkungsvollen Solokonzerten, die als Soloinstrument seltener zu hören sind: etwa Tuba, Blockflöte, Saxofon und  Viola. Auch das dreisätzige Hornkonzert aus dem Jahre 1955 präsentiert das Soloinstrument äußerst effektvoll und virtuos in all seinen Ausdrucksmöglichkeiten. Das gleich berechtigt musizierende Streichorchester tritt mit dem Horn in einen lebhaften Dialog, schafft atmosphärische Klangteppiche und hat in den Zwischenspielen durchaus Eigenes zu sagen.

Die „Kunst der Fuge“ BWV 1080 von Johann Sebastian Bach besteht aus 14 Fugen und vier Kanons und gilt in ihrer umfassenden Strukktur als Bachs kompositorisches Vermächtnis. Ein esoterischer Hauch umweht das Werk mit seiner unvollendeten letzten Quadrupelfuge, die mit dem Erscheinen der Tonfolge B-A-C-H abbricht und an dessen Schluss häufig der Choral „Vor deinen Thron trete ich hiermit“ gespielt wird. An welche Besetzung Bach gedacht  hatte, lässt sich der Partitur nicht entnehmen.  Nach Stand heutiger Forschung gilt es als wahrscheinlich, dass es sich wohl um ein Tasteninstrument  wie  Cembalo oder Orgel  gehandelt hat. Auch zur musikalischen Charakteristik schweigt sich die Partitur aus und bietet nur den nackten Notentext. Für den Interpreten heißt das, dass er - auf Grundlage einer genauen Kenntnis von Werk und  historischen Zusammenhängen -  viele Entscheidungen treffen muss, um das Werk musikalisch zu realisieren. Die vier ausgewählten Fugen folgen dem Konzept, eine möglichst kontrastreiche Abfolge zu gewährleisten. Es entsteht so eine Art Suite mit der üblichen Satzfolge:  Langsam – Schnell – Langsam - Schnell. Diese Temporelationen bieten einen äußeren Rahmen für die Darstellung der Unterschiedlichkeit der einzelnen Fugen. Da Bachs Werk in seiner emotionalen Tiefe und Weite jede modische Geschichtsbezogenheit hinter sich lässt, kommen auch unterschiedliche stilistische Mittel, die über die historischen hinausreichen, zum Einsatz.

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In der Volksmusik sah die Romantik ein Ziel ihrer sehnsuchtsvollen Bemühungen um  nationale Identifikation. Die Volksmusik wird darüber hinaus im 20. Jahrhundert Ziel von wissenschaftlicher Analyse;  sie wird erforscht auf ihre Verwendbarkeit für neue musikalische Ideen und Kompositionstechniken, unter anderem etwa bei Bartok. Der Stil des finnischen Komponisten Pehr Henrik Nordgren  geht von der Zwölftontechnik und der Clustertechnik Ligetis aus; er bezieht jedoch viele weitere Elemente ein und kann insgesamt als pluralistisch bezeichnet werden. Eine besondere Rolle spielt darin die finnische Volksmusik mit ihren Instrumenten, vor allem mit der Kantele. In Pehr Nordgrens kleinem Heimatstädtchen Kaustinen befindet sich das Zentrum der Volksmusik von ganz Finnland. Zu den im Sommer stattfindenden Volksmusiktagen reisen Interessenten aus der ganzen Welt an.  In der Streicher-Suite Pelimannimuotokuvia op. 26 nun beschäftigt  sich Pehr Nordgren  intensiv mit der ostbottnischen Folklore.  Der englische Titel „Country Fiddlers“ lässt den Charakter dieses Werkes deutlich werden: es wird nicht gegeigt, sondern gefiedelt! Ganz ungezwungen verbinden sich neue Techniken und traditionelle Volksmusik, um in vier Bildern die Stimmung der Volksmusiktage mit ihrer ungebremsten Musizierlust einzufangen.

Merkert-24cDer Hornist Jürgen Merkert wurde 1972 in Reutlingen geboren und wuchs in Bempflingen auf. Erkannt und gefördert wurde sein musikalisches Talent schon früh durch seinen Vater, damals Solotrompeter der Württembergischen Philharmonie Reutlingen. Im  Alter von acht Jahren erhielt Jürgen Merkert Klavierunterricht und entdeckte kurze Zeit später das Waldhorn für sich. Sein Wunsch Berufsmusiker zu werden, führte ihn bereits mit vierzehn Jahren als Jungstudent zu Mahir Cakar an die Musikhochschule Stuttgart. Bei ihm begann er dann als 16jähriger sein Hornstudium an der Musikhochschule Mannheim.  Nach zwei Jahren wechselte er zu Professor Erich Penzel nach Köln. Schon während seines Studiums musizierte er in zahlreichen Jugendorchestern wie dem Orchester des Schleswig-Holstein- Musik-Festivals, der Jungen Deutschen Philharmonie und dem European Union Youth Orchestra unter namhaften Dirigenten wie Sir Georg Solti, Carlo Maria Giulini und Bernard Haitink. Gerade 21jährig wurde Jürgen Merkert jüngstes Mitglied der Horngruppe des renommierten Gewandhausorchesters Leipzig. In diesem Klangkörper arbeitete er in den vergangenen siebzehn Jahren mit vielen weltbekannten Dirigenten wie Riccardo Chailly, Sir Neville Marriner, Kurt Masur, Günther Wand, Herbert Bolmstedt und Christian Thielemann. Tourneen mit dem  Gewandhausorchester führten ihn in die USA, nach Japan, Australien und Südamerika. Auch bei zahlreichen CD Produktionen, welche mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden, wirkte er mit. Als Gast spielt er zudem regelmäßig bei der Dresdner Staatskapelle, dem NDR Sinfonieorchester Hamburg, der Dresdner Philharmonie und anderen deutschen Orchestern.

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bensch2Oliver Bensch studierte Violine und Viola an der Musikhochschule Hannover bei Roman Nodel,  Oscar C. Yatco und anderen, dann  Dirigieren bei Gudni Emilsson, Trossingen und Wolfgang Heinz, Staatsoper Stuttgart. Er unternahm europaweite Tourneen als Geiger und Bratscher in verschiedenen Ensembles und Orchestern, ebenso nahm er unter anderem teil an den Festivals in Salzburg, Millstadt, Bregenz, Hersfeld und Ludwigsburg. Er wirkte mit bei Produktionen der Staatstheater in Hannover, Braunschweig und Innsbruck, außerdem war er Gründer und Konzertmeister des „Orchester op. 7“ in Nordrhein-Westfalen. Dazu kamen umfangreiche Studioarbeit und Mitwirkung bei CD-Produktionen (u.a. Randy Crawfort und Elsbeth Moser) und die Leitung einer Geigen/Bratschen-Klasse an der Jugend-musikschule Freiberg/Neckar. Seit 1999 ist er Dirigent der „Jungen Sinfonie“ Freiberg, seit 2006 künstlerischer Leiter des Kammerorchesters Metzingen und Gastdirigent bei Orchestern im süddeutschen Raum, beispielsweise  beim Christophorus Sinfonieorchester Stuttgart. Oliver Benschs umfangreiches Repertoire umfasst sämtliche Stilrichtungen der symphonischen Musik mit besonderem Schwerpunkt auf Romantik und Moderne. Auch die zahlreichen Aufführungen von Werken aus den Bereichen Oratorium, Oper und Musical zeigen die Bandbreite seiner musikalischen Aktivitäten.

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